Zu wenige Betriebe, die noch ausbilden wollen, sind ein großes Problem. Fachkräftemangel ist auch ein großes Problem. Und das Zuordnen derjenigen Menschen, die gern eine berufliche Ausbildung machen wollen, ist auch noch zu berücksichtigen: Das sogenannte Passungsproblem.

Ausbilden ist teuer!

Wenn Betriebe nicht ausbilden wollen, dann bauen sie sich ihre eigene Falle. Nun ist es so, dass manche Betriebe die Anstrengung und die Kosten, die Ausbildung mit sich bringt, nicht tragen wollen. Sie lassen das andere machen und kommen dann lieber mit guten Stellenangeboten. Dann gibt es die Betriebe, die zwar ausbilden wollen, die aber keine Azubis finden, weil sie entweder nicht die neuesten Maschinen haben oder weil der Betrieb im ländlichen Nirwana liegt, ohne wirklich gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Die richtigen Weichen stellen!

Wir  müssen einen Weg finden, wie wir Betriebe wieder dahin bekommen, unseren Nachwuchs auszubilden. Mehrere Ideen dazu gibt es schon. Das eine ist eine Prämie, die jeder Betrieb, der ausbildet, gezahlt bekommt. Ich möchte aber gar nicht, dass diese Prämie vom Staat kommt, sondern von den Betrieben, die nicht ausbilden. Denn eins ist klar: Gut ausgebildete Menschen sind für alle Betriebe  ein Gewinn. Es sind die Fachkräfte von Morgen. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass jeder Betrieb, der Ausbilden will, dies auch kann.

Das bedeutet: Standards anpassen!

Es nutzt doch niemandem, wenn die Standards so hochgeschraubt werden, dass sie für kleinere Betriebe nicht mehr erfüllbar sind. Ein Ausbildungsberuf sollte erstmal für jeden Schulabgänger zugänglich sein. Will jemand weiter, so ist die Weiterbildung zum/zur Meister*in oder Techniker*in möglich.

Ohne Zuzug aus dem Ausland wird es nicht gehen

Immer wieder höre ich: “Wir dürfen nicht so viele fremde Menschen in unser Land lassen, sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg!” Das stimmt aber so nicht. Die Wahrheit ist das Gegenteil: Wir werden ohne Zuzug aus dem Ausland unseren Fachkräftemangel nicht beseitigen können. Das bedeutet für mich ganz klar: Wir müssen eine fördernde und wie ich finde, auch fordernde Integration betreiben.

Das Passungsproblem

Erfolglos angebotene Ausbildungsplätze (Besetzungsproblem), erfolglose Ausbildungsplatznachfragen (Versorgungsproblem). Dieses Passungsproblem ist das seit einigen Jahren vorherrschende Problem auf dem Ausbildungsmarkt. Wir müssen für neue Konstrukte sorgen, damit Ausbildung und Auszubildende zusammenfinden. Ein Teil der Lösung wird es sein, für Auszubildende Unterkünfte vor Ort zu schaffen. Weitere Lösungen müssen wir finden.

Lobbyarbeit für Ausbildungsberufe

Da müssen viele ran: Die Ausbildenden, die Eltern, die Lehrer:innen, am Ende, ja, die Gesellschaft. Weg von “nur mit Studium kannst du was werden” hinzu “mit jedem Beruf kannst du was werden”. Weg mit dem Dünkel. Dafür müssen wir auf Beispiele hinweisen, die das bestätigen. Dazu müssen Betriebe direkt in die Schulen gehen und Werbung für ihr Handwerk machen. Dazu gehört auch, aufzuklären, was es für die Berufe für Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.

Lösen wir unser Ausbildungsproblem!

Das Handwerk stärken. Berufliche Bildung und Studium sind für mich absolut gleichwertig. Das ist meine Überzeugung und in den zig Gesprächen, die ich bisher geführt habe, fällt das auf Zustimmung! Das ist meine Bestätigung, diese Themen auch im Bundestag voranzubringen. Mich dort dafür einzusetzen, wo Politik wirksam ist.