6,5 Milliarden Euro sind bereitgestellt für die digitale Infrastruktur, davon 3,5 Milliarden noch in dieser Legislaturperiode. Jetzt müssen wir das Geld sinnvoll und strukturiert einsetzen. Und das bedeutet nicht, den bisherigen Unterrichtsstoff 1:1 zu digitalisieren, sondern auf intelligente Systeme zu setzen.

Für alle Bundesländer denken

Wir dürfen nicht den Fehler machen, in jedem Bundesland ein anderes Konzept zu entwickeln und einzuführen. Zum einen würde das viel zu viel Geld kosten, wenn alles quasi 16 mal entwickelt wird und zum anderen würde es den Umzug von Schüler*innen über die Landesgrenzen wieder deutlich erschweren. Und das wollen wir nicht!

Übersichtliche Angebote schaffen

Auch wenn wir mit der Digitalisierung der Schulen im Vergleich mit den skandinavischen Ländern weit hinterherhinken, ist es jetzt wichtig, strukturiert und sinnvoll vorzugehen und digitale Medien nicht um ihrer selbst Willen im Unterricht einzusetzen. Wir müssen uns jetzt die notwendige Zeit nehmen, um wirklich gute und nachhaltige Konzepte zu entwickeln und einzusetzen. Sonst sind wir dauernd am Nachbessern und das würde den noch größeren Frust bedeuten.

Forschung ausbauen!

Stillstand ist Rückschritt! Selbstverständlich gilt das auch für die digitale Bildung. Also heißt es auch hier: Dranbleiben! Es gilt zu evaluieren und mit den Erfahrungen aus den Schulen die digitalen Konzepte zu verbessern.

Lernen modernisieren!

Die Nutzung der Technik zur Umsetzung der digitalen Konzepte, das ist der richtige Weg. Technik muss uns unterstützen, unser Leben einfacher machen, aber es muss, gerade in der Schule auch noch dazu anregen, Denkprozesse zu aktivieren. Technik darf auch hier nur unterstützend angewendet werden.

Digitale Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung!

Um den Digitalpakt Schule überhaupt bis in den letzten Winkel umsetzen zu können, müssen wir flächendeckend die Voraussetzungen dafür schaffen. Das bedeutet, dass der wichtige Breitband- und 5G-Ausbau beschleunigt und umgesetzt wird. Denn es darf nicht passieren, dass eine Schule den digitalen Fortschritt nicht mitgehen kann, weil die technischen Standards fehlen.

Offenheit erhalten!

“Das haben wir schon immer so gemacht” ist für den digitalen Fortschritt der absolut falsche Ratgeber. Auch wenn es uns noch oft viel Kraft kosten wird, müssen wir uns auf den digitalen Wandel einlassen. Dafür brauchen wir für unsere Lehrer*innen ausreichend Fortbildungen. Digitalisierung muss machbar sein, die Konzepte müssen mit Spaß und Freude an die Schüler*innen weitergegeben werden. Die Digitalisierung muss einen Mehrwert für alle bieten. Wir müssen zurückblicken und sagen: “So viel komplizierter als heute war das früher?”

Unsere Schulen müssen konkurrenzfähig bleiben!

Fortbildungen für Lehrer*innen und eine gute Ausstattung mit digitalen Geräten für alle. Für die Digitalisierung in den Schulen ist ein schnelles, aber überlegtes und sachgerechtes Vorgehen der beste Ratgeber. Dazu bedarf es ein einheitliches länderübergreifendes Konzept, dass zwar den einzelnen Schulen Gestaltungsspielraum ermöglicht, aber auch gewährleistet, dass innerhalb der Bundesländer die Unterschiede nicht mehr so groß sind. Wir dürfen die Nachteile des Föderalismus jetzt nicht digital wiederholen. Denn wir müssen im europäischen Vergleich absolut konkurrenzfähig bleiben. Dafür setze ich mich im Bundestag ein!