Es macht mich sprachlos, dass immer mehr Kinder aufs Gymnasium gedrängt werden – Tendenz steigend. Das Gymnasium als „einzige, wirklich erfolgversprechende Schulform“? So ein Unsinn! In Deutschland soll jedes Kind, jeder Erwachsene jederzeit werden können, was er oder sie will. Deshalb fordere ich ein Umdenken in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik. 

Wir wollen keine 2-Klassen-Gesellschaft

Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass Kinder über die 4. Klasse hinaus zusammenbleiben. Damit sie miteinander und voneinander lernen. Das bedeutet, dass wir den Fokus auf Gesamtschulen legen müssen. Das ist die beste Voraussetzung für den weiteren beruflichen Lebensweg, sei es Studium oder Ausbildung.

Wir müssen Kinder stärken!

Wir stärken sie, indem wir ihnen so lange es geht die Differenzierung durch Schulzweige ersparen. Wir müssen ihre Kompetenzen erkennen können, weil sie es nicht können; ihr Reflexionsvermögen ist noch nicht so weit. Es gibt keinen „guten oder schlechten Bildungsweg“, von dieser Wertung müssen wir loskommen!

Unsere Aufgabe ist es, Kinder wohlwollend zu begleiten.

Wir sind in der Verantwortung, Kindern den Weg zu weisen als verlässliche Partner. Unser Job ist, ihnen zu sagen: “Du kannst es NOCH nicht!” und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr Ziel erreichen können. Genau das ist: fordern und fördern. Es geht darum ihnen auch Werte wie Leistungsbereitschaft, Mut und Offenheit  zu vermitteln. Unsere Aufgabe ist: Wir müssen an unsere Kinder glauben, egal welchen Weg sie gehen. 

Kompetenzen fördern: Unternehmen sind gefordert!

In der Schule muss jedes Kind  an seinem Platz in seinen Kompetenzen gefördert werden. Sich in seinen Möglichkeiten entwickeln können. Ich will, dass auch die Vielfalt der Berufsmöglichkeiten überall vermittelt wird. In den Schulen und am besten von den Unternehmen selbst. Das eine Kind ist schneller, das andere langsamer. Na, und? Es kann das Abi später machen oder auch gar nicht. Ich will Geschichten von Menschen, die unkonventionelle Wege gegangen sind, unübersehbar machen. Als Vorbild, Beispiel. Mich haben solche Geschichten immer sehr inspiriert. Denn: Beruflich ist alles möglich und es gibt nicht nur den einen richtigen Weg für alle!

Mit Hauptschule erfolgreich?

Es wird immer weniger ab der 5. Klasse differenziert an den Oberschulen, Gesamtschulen, IGS und KGS. Und diesen Weg, den die SPD glücklicherweise eingeschlagen ist, sollten wir weiterverfolgen. Dennoch: Bei der Vielzahl an Schulwegen bleibt der Hauptschulabschluss wichtig und unverzichtbar. Wir müssen den jüngsten Schulabgängern zeigen, dass die Hauptschule nicht das Abstellgleis ist. Wer die Hauptschule erfolgreich absolviert, hat einen Schulabschluss, der zählt. Mit diesem eröffnen sich viele weitere Optionen, ob es ein weiterer Schulabschluss ist oder eine erfolgreich absolvierte Ausbildung, den jungen Menschen bleiben diese Optionen individuell offen. Hier Unternehmen ganz klar gefordert, Werbung für ihre Berufe in den Schulen zu machen, müssen so früh wie möglich Kooperationen genutzt werden. Betriebe dürfen unbedingt Lust aufs Handwerk machen. Bei jedem Handwerk gibt es übrigens Upgrades, Meisterschulen oder Weiterbildungen, für die, die mehr wollen. Denn:

Jeder ist wertvoll, dort wo er leistet!

Nicht jeder Mensch hat den Karrieregedanken. Und ganz ehrlich: Das ist gut so! Denn wir brauchen die Ausgewogenheit an Kompetenzen für ein funktionierendes System. Also auch hier mein Auftrag an die Gesellschaft, die Einstellung zu verändern: Jeder ist wertvoll, dort wo er leistet – und unser Sozialsystem unterstützt.

Gute Bildung ist der Wirtschaftsfaktor von morgen

Wer entfaltet sich besser und bereichert unsere Wirtschaft? Diejenigen Mädchen und Jungen, denen wir in der 4. Klasse schon das Siegel aufkleben: “Wenn du nicht Abi machst, dann …!” Oder werden nicht eher die Kinder motiviert ihren Weg gehen, denen wir sagen und glaubwürdig vermitteln: “Schau mal, was du alles kannst! Damit schaffst du alles, was du schaffen willst!”

Ich finde, wir haben eigentlich ein gutes Bildungssystem in Deutschland. Sei es durch frühkindliche Bildung, durch die Schule, Ausbildung, Studium, Weiterbildung. Nutzen wir das und zeigen wir den Kindern ganz deutlich, was sie daraus machen können! Darum: Eltern, Lehrer, Unternehmen – es wird Zeit zum Umdenken! Nur so können wir Bildungs- und Wirtschaftspolitik anders gestalten und besser miteinander verbinden. Dafür werde ich mich im Bundestag einsetzen – damit  sich für die junge Generation endlich etwas verändert!