Pflanzenschutzverordnung, Immissionsschutzgesetz, Massentierhaltung, Geflügelpest, zu niedrige Milchpreise, jetzt das Insektenschutzgesetz, das in die erste Lesung in den Bundesrat geht. Dann die Debatte, dass Fleisch sowieso viel zu billig angeboten wird und dass Rinder ja einen viel zu großen CO2-Abdruck hinterlassen. Der Enge Preiskampf im europäischen Markt – damit will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal weiß man wirklich nicht, wo man anfangen soll.

Heute war ich eingeladen vom Landvolk Niedersachsen, als Kandidatin für unsere Heimat, den Wahlkreis 33, besser bekannt als Diepholz-Nienburg I. Mit auf dem Bildschirm in der digitalen Konferenz: Rainer Spiering, Politischer Sprecher der SPD für Ernährung und Landwirtschaft. Also für ganz Deutschland zuständig, in Niedersachsen beheimatet. Grund unserer Zusammenkunft war das Insektenschutzgesetz, das bald verabschiedet werden soll. Geblieben sind wir da nicht!

Landwirtschaft sind Wirtschaftsunternehmen

Vorab möchte ich darauf hinweisen: Jeder einzelne Landwirt, ob klein oder groß, ist ein kleiner bis mittelständischer Betrieb. Fällt also genau in mein Themenressort, für das ich mich im Bundestag einsetzen werde. Sie sind so vielfältig. Sie sind meisten Familienbetriebe, leben eine alte Tradition, mussten sich immer wieder dem Wandel der Zeit anpassen, nicht erst  mit der Industrialisierung der Landwirtschaft Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Forschung bringt immer wieder Erkenntnisse,

die dann neue Maßnahmen erfordern. Wie die Erkenntnis des Insektensterbens. Zum Beispiel, wie wichtig Insekten für den Naturkreislauf sind. Nicht alle, die Schädlinge müssen weiter bekämpft werden, damit sie gute Natur nicht zerstören. Die Maßnahmen betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Kommunen, sogar Naturschutzgebiete, die schlecht gemanagt wurden. Mit Light Pollution hatten wir schon vor 12 Jahren im Londoner Hydepark zu tun, als wir dort waren im Wintewonderland, mit unserer Achterbahn. Es gab extra Beauftragte dafür und wir mussten einige Scheinwerfer ausgeschaltet lassen.

Ein Miteinander mit den Landwirten

Ein produktiver Austausch war das heute beim Landvolk. Der Wunsch, den neuen Anforderungen gerecht zu werden, auch der berechtigte Wunsch, das überhaupt leisten zu können. Und da sind wir gefordert, als Politik, im Gespräch, zuzuhören, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und vor allem, sie zu finden. Für die Landwirte, für die Wirtschaft, für die Gesellschaft. In Niedersachsen sind wir weit vorn mit dem Niedersächsischen Weg, leisten Pionierarbeit.

Mehr als die Hälfte der Flächen in Deutschland

wird landwirtschaftlich genutzt. Noch ein Grund mehr, einen gemeinsamen Kontext zu finden. Noch ein Grund mehr, dies sinnvoll und im Hinblick auf Nachhaltigkeit zu tun. Und für eine bessere Klimabilanz.

Enormes Potenzial

Das sehe ich in der Landwirtschaft. Rainer Spiering sieht es auch so. Weg von dem Export-Gedanken. Hin zur Region. Die Höfe vor Ort überall sollte die Region versorgen. Mit ihrem Angebot. Mit ihrer Vielfalt. Sie sollten die Einkaufsläden vor Ort versorgen. Mit einigen Ketten ist das sicherlich möglich. In Schweden ist das übrigens so: Überall dort in den Supermärkten werden überwiegend schwedische Erzeugnisse angeboten. Hier fängt es langsam an, jedoch noch lange nicht ausreichend.

Unsere Landwirtschaft hat eine Zukunft!

Und wie gesagt, ich sehe darin ein enormes Potenzial. Ich will mit den Landwirten im Gespräch bleiben, will mit ihnen Lösungen erarbeiten und vor allen Dingen umsetzen. Die Forderungen an die Landwirtschaft müssen machbar sein. Sie wollen sie auch, sind genauso daran interessiert, zukunftsfähig zu sein, den veränderten Wünschen der Konsumenten gerecht werden. Und sie haben dafür die wichtigste Voraussetzung: Miteinander und füreinander: das nehme ich doch mal mit in den Bundestag!